Emanzipatorischer Block auf dem Leipziger CSD http://emanzipatorischerblock.blogsport.de Sun, 22 Jul 2018 17:46:27 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Redebeitrag 2018 http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/22/redebeitrag-2018/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/22/redebeitrag-2018/#comments Sun, 22 Jul 2018 17:46:27 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/22/redebeitrag-2018/ Happy Pride! Pride. Stolz. Wir haben allen Grund stolz zu sein. Wir können stolz sein auf die Rechte, die wir uns erkämpft haben: Die Opfer des §175 wurden rehabilitiert. Die Homo-Ehe eingeführt. Das Bundesverfassungsgericht hat ein Urteil zugunsten einer dritten Option beim Geschlechtseintrag gefällt. Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt lgbti vor Diskriminierung, egal wann und wo.
Wir können stolz sein auf die Solidarität innerhalb unserer Community. Darauf, dass es weltweit immer besser um die Rechte von lgbti bestellt ist. Darauf, dass es langsam aber sicher aufwärts geht. Zumindest ist es das, was wir uns an Tagen wie heute immer wieder gerne erzählen. Aber müsste es nicht heißen:
Wir können stolz sein auf die unvollständige Rehabilitierung der nach §175 Verfolgten? Auf die Gleichstellung der Ehe außer für Lesben und bisexuelle Frauen? Auf die Tatsache, dass die Frage nach einem dritten Geschlechtseintrag bei dem Arschloch Heimat-Horst liegt, der noch in den 80ern forderte, man müsse HIV-Positive in besondern Heimen konzentrieren. Und ob es ein Gleichbehandlungsgesetz gibt oder nicht ändert auch nichts daran, dass „schwul“ das beliebteste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen ist und Angriffe auf lgbti immer noch zur Tagesordnung gehören, wie erst vor einem Monat gegen eine Studentin der Universität Leipzig.
Müsste es nicht heißen, wir sind stolz auf den Rassismus in unserer Community, wie er sich in Dating-Portalen und Tür-Politiken niederschlägt? Wir sind stolz darauf, dass Homosexualität in mehr als 70 Ländern unter Strafe steht, von denen in 13 sogar die Todesstrafe gilt?
All das heißt nicht, dass wir auf das, was wir schon erreicht haben nicht stolz sein dürften. Es heißt nur, dass es noch eine Menge zu tun gibt. Es heißt, dass wir noch vielen Problemen gegenüber stehen. Wenn wir diese Probleme angehen wollen, dann reichen die CSDs alleine nicht aus. Erst recht nicht, wenn sie zu Wahlkampfveranstaltungen verkommen. Wir sollten Momente wie heute nutzen. Momente wo wir gemeinsam als Perverse auf die Straße gehen und einfordern, was eh allen Menschen zustehen sollte: Ein Leben, eine Welt, in der man ohne Angst verschieden sein kann. Wir müssen diese Momente nutzen, um uns zusammenzuschließen. Nicht nur für einen Tag und nicht nur zu zweit als Ehe, sondern als eine Gemeinschaft, die füreinander einsteht. Die füreinander einsteht, weil sie die Ausschlussmechanismen in der eigenen Szene reflektiert: Rassismus und Antisemitismus; Frauen-, trans*- und Interfeindlichkeit; fehlende Barrierefreiheit und die Vorstellung, Menschen aufgrund ihres beruflichen Erfolgs beurteilen zu können. All dies sind natürlich nicht nur die Probleme unserer Community, sondern der gesamten Gesellschaft, aber diese gesamte Gesellschaft gilt es zu ändern. Und das heißt: Zeit den Arsch hochzukriegen!
Weil den Arsch hochzukriegen, ist etwas auf das wir stolz sein können. In Zeiten, in denen sich ein Innenminister freut, dass zu seinem 69. Geburtstag 69 Menschen abgeschoben werden; in Zeiten, in denen Rechtspopulismus und Islamismus die Freiheit und Menschlichkeit bedrohen; in Zeiten, in denen die Fluchtrouten nach Europa mit Gewalt geschlossen werden; kurz: in Zeiten, in denen es recht hoffnungslos aussieht, ist den Arsch hochzukriegen, nicht nur etwas, worauf wir stolz sein können, sondern das Einzige was uns bleibt!
Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Trans*gender und intersexuelle Menschen noch immer pathologisiert und mit Gewalt in das Zwei-Geschlechter-System gezwungen werden! Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Menschen wieder abgeschoben werden, obwohl ihnen Tod oder Gefängnis drohen, aufgrund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts! Wir dürfen nicht hinnehmen, dass uns ein selbstbestimmtes Leben immer noch nicht zugestanden wird!
Der Kampf um ein selbstbestimmtes Leben, muss auch auch ein Kampf gegen Staat, Nation und Kapital sein. Wir kämpfen nicht nur für eine sexuelle Befreiung, sondern für eine befreite Gesellschaft. Wir wollen lieben, wen und wie wir wollen. Wir wollen die zweigeschlechtliche und sexistische Geschlechterordnung abschaffen, die allgegenwärtige Heteronormativität hinter uns lassen. Wir wollen nationale Grenzen einreißen und die kapitalistischen Verhältnisse überwinden. Wir kämpfen für ein grenzenlos solidarisches und selbstbestimmtes Leben!

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Veranstaltungen 2018 http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/07/veranstaltungen-2018/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/07/veranstaltungen-2018/#comments Sat, 07 Jul 2018 09:56:31 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Veranstaltungen http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/07/veranstaltungen-2018/ Auch dieses Jahr gibt es wieder in der Woche vor dem CSD das ein oder andere Schmankerl für euch!

Wir beginnen mit einem Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand am 17.07.18. Findet euch 19Uhr im Pögehaus ein und lauscht einem spannenden Vortrag zu Zwischen Identitätspolitik und Utopie. Was kann materialistischer Feminismus leisten?

Mittwoch geht es weiter mit einem Vortrag von Gitte Schmitz und der Frage, „ob Porno nach Trump eigentlich noch unpolitisch sein kann“? Ihren Vortrag GAY-Antifa-Porn. Wie Politik ist Pornografie? Eine medienwissenschaftliche Annäherung. gibts am 18.07.18 um 19Uhr in der Meuterei.

Nach einer Verschnaufpause zeigen wir Freitag, 20.07.18 um 18.30Uhr im G16-Kino FtWTF – female to what the fuck, einen Film zu Trans*Geschlechtlichkeit.

Im Anschluss, ab 21Uhr, treffen wir uns auf dem Marktplatz zum Sprayen. Für Dosen und den ganzen Kram ist gesorgt.

Samstag, 21.07.18 ist dann der grosze Tag. Die CSD Demo startet um 14Uhr am Markt. Bringt Schilder, Transpis, Tröten, Glitter und viel Energie, damit die Demo laut und stark wird!

Zum Abschluss des Ganzen kommt und feiert mit uns am 21.07.18 ab 22Uhr in der G16 die Blockparty mit Neeklischee und Gothic Pogo! Party statt Patriarchat! Mehr Infos zur Party gibts hier

Alles etwas ausführlicher gibts hier

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Freie Republik Perversistan – Aufruf zum Emanzipatorischen Block auf dem CSD http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/03/freie-republik-perversistan/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/03/freie-republik-perversistan/#comments Tue, 03 Jul 2018 21:27:53 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Aufrufe http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/07/03/freie-republik-perversistan/ „Ich sah mich so um und wusste auch schon: Von nun an geht’s bergab.“ – Hildegard Knef

Und auch wenn wir uns heute so umgucken, haben wir kein gutes Gefühl. Bei der Bundestagswahl letztes Jahr holte die AfD in Sachsen die meisten Stimmen, die sächsische CDU trifft sich mit Viktor Orbán, Seehofer, der noch in den 80ern „spezielle Heime“ forderte, in denen man HIV-positive Menschen „konzentrieren“ solle, ist mittlerweile Innen- und Heimatminister, in ganz Europa sind faschistische und rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch, die neben Rassismus und Antisemitismus vor allem auf klassische Vorstellungen von Männlein und seiner Ergänzung dem Weiblein und der heterosexuellen Familie aufbauen. Aber auch der Islamismus ist weiterhin auf dem Vormarsch und richtet sich gegen Frauen und lgbti. So werden im Iran immer noch Schwule an deutschen Kränen erhängt oder vom IS von Hausdächern in den Tod gestürzt.

„Get off the internet! Destroy the right wing!“ – Le Tigre

Bei all der Scheiße um uns herum wird es also Zeit was zu tun, nur was? Während sich die Rechten aller Couleur eine Vergangenheit zurücksehnen, die nie existiert hat, und die erkämpften Freiheiten von Frauen, People of Colour und lgbti wieder abschaffen wollen, fehlt es an einem Gegenentwurf. So wichtig die Rechte, die wir uns erkämpft haben, auch sind, so reichen sie noch lange nicht aus: Die Eheöffnung gilt noch immer nicht in gleichem Maße für Lesben, das Transsexuellengesetz ist immer noch eine Zumutung für trans* Personen und unter Heimathorsti ist auch kein Fortschritt in der Diskussion um die dritte Option von intergeschlechtlichen Menschen im Personenstand zu erwarten. Deswegen kann sich ein Kampf gegen Rechts auch nicht darauf beschränken, diese Rechte nur zu verteidigen.
Aus diesem Grund wollen wir die Freie Republik Perversistan ausrufen! Damit wollen wir anfangen darüber nachzudenken, wie eine andere Welt aussehen kann, ohne sie am Reißbrett zu entwerfen. Das heißt, sie kann nur entstehen, in dem wir das, was jetzt ist, kritisieren, um daraus zu lernen, wie eine andere Welt aussehen kann.

„Let’s start a war at the gay bar“ – Electric Six

Nicht zuletzt wollen wir auch dieses Jahr daran erinnern, dass es sich bei den Stonewall-Riots nicht um einen friedliche Kundgebung handelte, sondern um eine gewaltsame Auflehnung gegen die Unterdrückung durch den Staat. Wir wollen auch wieder daran erinnern, dass es keine weißen Mittelklasse-Schwulen waren, sondern Sex-Worker, schwarze und hispanische trans* Frauen und alles, was die Szene sonst noch an Abschaum zu bieten hatte, die sich damals gegen eine Razzia im Stonewall Inn wehrten und damit die Prostestwelle auslösten. Auch in diesem Gedenken steht die Freie Republik Perversistan!

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Gemeinsam gegen jede Form von Diskriminierung und braune Hetze! http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/06/07/gemeinsam-gegen-jede-form-von-diskriminierung-und-braune-hetze/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/06/07/gemeinsam-gegen-jede-form-von-diskriminierung-und-braune-hetze/#comments Thu, 07 Jun 2018 12:17:59 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/06/07/gemeinsam-gegen-jede-form-von-diskriminierung-und-braune-hetze/ Wir freuen uns, dass nach all den Auseinandersetzungen nun neben der Unvereinbarkeitserklärung und den neuen Forderungen des CSD Leipzig in den letzten Wochen auch noch eine abschließende gemeinsame Stellungnahme zu den Vorkommnissen rund um Rechtspopulist*innen, die versucht haben am Plenum teilzunehmen, zustande gekommen ist.

„Gemeinsame Stellungnahme des CSD Leipzig und des emanzipatorischen Blocks auf dem CSD

Seit dem 14.02.2018 gab es im Plenum des CSD Leipzig längere Auseinandersetzungen über die Frage: Wie soll mit rechten und rechtsextremen Personen und Gruppierungen umgegangen werden? Anlass war die Teilnahme einer Person, die sich im offenen Plenum als AfD-Wähler*in bekannte und die Partei verteidigte. Der Emanzipatorische Block stellte daraufhin Forderungen an das Plenum, wie den konsequenten Ausschluss solcher Personen und Personengruppen vom CSD. Die Annahme dieser Forderungen war Bedingung für seine weitere Teilnahme. Beim nächsten Plenum wurden die Forderungen zur Diskussion gestellt. Dabei ließen sich grob zwei Positionen ausmachen, die sich so oder so ähnlich in den verschiedensten Debatten um den Umgang mit erstarkenden rechten und rechtspopulistischen Bewegungen finden lassen:

Den konsequenten Ausschluss, um diesen Bewegungen keinen Raum zu bieten und einen Schutzraum für queere* Menschen zu schaffen, oder
zu versuchen, sich mit diesen Bewegungen argumentativ auseinanderzusetzen.
Nach gut 1 ½ Stunden Diskussion lehnte eine knappe Mehrheit die Forderung nach einem Ausschluss ab. Daraufhin verließen die Delegierte des Emanzipatorischen Blocks und eine weitere Person das Plenum. Vom restlichen CSD-Team wurde danach beschlossen, einen Mittelweg zu finden. So sollte ein Bekenntnis gegen Rechts formuliert werden, welches von allen Teilnehmenden getragen wird.

Als Reaktion auf dieses Plenum veröffentlichte der Emanzipatorische Block einen offenen Brief, um auf die Problematik und Diskussionen aufmerksam zu machen und seine Sicht auf das Geschehene darzulegen. Die bei einigen Personen/Organisationen daraus abgeleitete Annahme, der CSD Leipzig würde mit AfD-nahen Personen kooperieren oder von diesen aktiv mit organisiert werden, war nicht beabsichtigt. Stattdessen sollte einem wichtigen Diskurs in unserer Gesellschaft und im CSD-Team eine Öffentlichkeit gegeben werden. Zwei Wochen später wurde die Debatte fortgesetzt und der Bekenntnisentwurf gegen Rechts des CSD Leipzig diskutiert. Daraus wurde eine gemeinsame Unvereinbarkeitserklärung entwickelt und einstimmig beschlossen. Außerdem wurde den schon bestehenden Forderungen des CSD Leipzigs noch eine weitere hinzugefügt, die rechte und rechtspopulistische Akteure klar benennt und kritisiert.

Wer die Forderungen und die Unvereinbarkeitserklärung nicht aktiv unterstützt wird vom Plenum, dem Straßenfest und der Demo ausgeschlossen. Das gesamte Team des CSD Leipzig steht klar gegen jede Form von Diskriminierung und braune Hetze.“

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Offener Brief an das Plenum des CSD Leipzig http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/03/10/offener-brief-an-das-plenum-des-csd-leipzig/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/03/10/offener-brief-an-das-plenum-des-csd-leipzig/#comments Fri, 09 Mar 2018 23:39:58 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/03/10/offener-brief-an-das-plenum-des-csd-leipzig/ [Am 14.02.2018 bekannte sich eine Person auf dem Plenum des CSD Leipzig als AfD-Wähler*in. Als ihr daraufhin nicht das Wort entzogen wurde und sie weiter gleichberechtigt und ohne jede weitere Skandalisierung am Plenum teilnehmen konnte, verließ die Vertreterin des emanzipatorischen Blocks aus Protest das Treffen. Zwei Wochen später sollte noch einmal darüber diskutiert werden. Unsere Mindestforderung, dass mit der AfD, dieser Partei nahestehende Personen oder sonstwie reaktionären Menschen kein CSD zu machen sei, wurde durch den Mehrheitsentscheid nicht angenommen. Aus diesem Grund sehen wir es als notwendig an, die Debatte darum in einer größeren Öffentlichkeit zu führen, was wir mit diesem offenen Brief beginnen wollen.]

An das Plenum des CSD Leipzig,

die letzten beiden CSD-Plena haben uns schockiert. Seit drei Jahren begreifen wir uns als Teil des CSDs, vor allem auch, weil er sich immer als politischer CSD verstanden hat, der keine reine Party-Veranstaltung sein wollte. Stattdessen ging es um emanzipatorische Forderungen für lgbti. Dieses Selbstverständnis scheint unserer Wahrnehmung nach nicht mehr zu gelten, wenn die AfD und AfD-nahe Personen plötzlich als gleichwertige Gesprächspartner*innen begrüßt werden (auch auf Kosten unserer weiteren Teilnahme!). Die AfD hat aus ihrer Agenda noch nie einen Hehl gemacht und bei der gegenwärtigen Lage ist eine Regierungsbeteiligung in Sachsen nach den Landtagswahlen 2019 nicht unwahrscheinlich. Dies bedeutet sowohl für den CSD selbst als auch für viele beteiligte Vereine, Bündnisse, und wir alle als lgbti-Einzelpersonen, dass wir uns auf finstere Zeiten gefasst machen müssen, sowohl was die Finanzierung aber auch den politischen Druck von oben angeht.
Die AfD ist aber nicht unser einziges Problem. Sie ist der parlamentarische Arm einer erstarkenden rechten Bewegung. Angefangen bei Pegida über die Identitäre Bewegung bis hin zu deren Stichwortgebern wie die Compact, das Institut für Staatspolitik und die Sezession. Seit Jahren können sich Nazis und ihre Sympathisant*innen in Sachsen ausbreiten: Seien es Angriffe auf Geflüchtete oder ihre Unterkünfte, politische Gegner*innen und Privatwohnungen oder auf politische Zentren und den „linksgrün-versifften“ Stadtteil Connewitz.
Während man sich in Leipzig rühmt, LeGIDA durch andauernden Protest vertrieben zu haben, scheint es uns mehr als zynisch den von rechter Gewalt betroffenen Menschen gegenüber, der AfD ausgerechnet bei einem CSD nicht mit einem absoluten Ausschluss entgegenzutreten. Überall da, wo diesen Rechten ein Podium geboten wird, gesteht man ihnen zu, Teil einer demokratischen Auseinandersetzung zu sein. Diese Demokratie, die sich auf die Vorstellung von der Gleichheit aller Menschen gründet, wird durch ihre Positionen jedoch immer wieder angezweifelt. 1993 bewegten die ersten Erfolge der »Neuen Rechten« liberale Philosoph*innen und linke Publizist*innen in Frankreich zum »Appell an die Wachsamkeit«. Sie warnten, dass nur »Neu-Rechte« die Profiteure des
grenzenlosen Dialogs unter dem Deckmantel des Pluralismus sein würden. Maurice Olender, der Initiator des Appells, formulierte, was heute vergessen scheint: »Man kann über alles, aber nicht mit allen reden«.
Der CSD ist die Erinnerung an einen Aufstand von Drags und trans* People Of Colour, von Strichern und obdachlosen Queers gegen rassistische und lgbti-feindliche Polizeigewalt. Holt man sich jetzt die AfD ins Boot, tritt man diesen Kampf mit Füßen. Man tritt die tausenden von den Nazis ermordeten lgbti mit Füßen, wenn wir mit Personen reden, die eine 180° Wende in der Erinnerungspolitik fordern. Wie zynisch ist es auch, dass im vergangenen Jahr die Queer Refugees for Pride Botschafter*innen des CSD Leipzig waren, wenn jetzt mit Personen zusammen gearbeitet werden soll, die den Schießbefehl an der Grenze fordern.

Wir kämpfen weiter für eine emanzipatorische und freihe Gesellschaft
Emanzipatorischer Block auf dem CSD Leipzig

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02.03.2018, 19Uhr: Der Freiheitskampf der Kurdinnen – Filmabend zum feministischen Kampftag http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/02/26/02-03-2018-19uhr-der-freiheitskampf-der-kurdinnen-filmabend-zum-feministischen-kampftag/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/02/26/02-03-2018-19uhr-der-freiheitskampf-der-kurdinnen-filmabend-zum-feministischen-kampftag/#comments Mon, 26 Feb 2018 16:12:17 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Veranstaltungen http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2018/02/26/02-03-2018-19uhr-der-freiheitskampf-der-kurdinnen-filmabend-zum-feministischen-kampftag/ Wie jedes Jahr wird es auch 2018 einen emanzipatorischen Block auf dem CSD Leipzig geben.
Dieses Jahr haben wir uns dazu entschloszen unsere Veranstaltungen nicht auf die CSD-Wochen zu beschränken, sondern uns auch im Vorfeld bereits an verschiedenen emanzipatorischen und feministischen Veranstaltungen und Aktionen zu beteiligen.
Anläszlich der Leipziger Demo zum feministischen Kampftag am 03.03.2018 zeigen wir am Abend vorher die Dokumentation „Der Freheitskampf der Kurdinnen“ im Gieszer 16 Kino!
Einlass ist ab 19 Uhr, im Anschlusz wird es ausreichend Zeit für eine offene Diskussion und theoretischen Input geben! Der Eintritt ist wie immer frei, über eine kleine Spende freuen wir uns natürlich!

Info zum Film:


„Frauen! Leben! Freiheit!“ skandieren Hunderte Frauen in Paris und Kobane, im türkischen Kurdistan und im irakischen Sindschar, an dessen Befreiung von der terroristischen IS-Miliz sie kürzlich beteiligt waren. Mit dem Schnellfeuergewehr in der einen Hand und der kurdischen Fahne in der anderen posieren junge Kämpferinnen lachend vor ihren Jeeps. Sie sind in diesem Teil der Welt die Hoffnung der anderen Frauen, die nicht nur von den Dschihadisten gequält, sondern auch von einer frauenfeindlichen, patriarchalisch geprägten Gesellschaft unterdrückt werden. Diese junge Generation tritt das Erbe der vor nunmehr fast 40 Jahren in der Türkei gegründeten „Partei der freien Frauen“ an, die heute im Kandil-Gebirge im Norden des Iraks verankert ist. Sakine Cansiz, die Gründerin und Ikone der Bewegung, wurde im Januar 2013 in der Rue La Fayette in Paris ermordet.

Heute versammelt die nach wie vor der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehende radikale Frauenbewegung ihre Anhängerinnen: Hunderte Frauen aus Frankreich, Deutschland und Schweden verstärken die Reihen der syrischen, irakischen und türkischen Kämpferinnen in den Dörfern Kurdistans. Während sich junge Europäerinnen dem sogenannten Islamischen Staat und seinem barbarischen Kalifat anschließen, haben sich diese Frauen das ehrgeizige Ziel gesteckt, der Geschichte des Nahen Ostens eine andere Richtung zu geben und mit der Waffe in der Hand eine demokratische Gesellschaft zu erkämpfen, in der Männer und Frauen die gleichen Rechte haben.“
(Quelle: https://programm.ard.de/?sendung=2872416951394033)

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DEMO! DEMO! DEMO! Wer nicht wütend ist, denkt nicht! http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/14/demo-demo-demo-wer-nicht-wuetend-ist-denkt-nicht/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/14/demo-demo-demo-wer-nicht-wuetend-ist-denkt-nicht/#comments Fri, 14 Jul 2017 10:54:22 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Archiv 2017 http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/14/demo-demo-demo-wer-nicht-wuetend-ist-denkt-nicht/ Um 14 Uhr startet wieder die alljährliche Christopher Street Parade. Wenn du auch findest, dasz diese hippe Partyveranstaltung dringend wieder eine politische, eine linksradikale Ausrichtung braucht, komm zum Emanzipatorischen Block, dem letzten Wagen in der Parade. Wir finden mit „Ehe für Alle“ ist noch längst nicht alles gut in Kaltland und wir wollen unsere Wut über die gesamtgesellschaftlichescheisze auf die Strasze tragen! Nie wieder Deutschland, dafür immer queer, pervers und arbeitsscheu :)

Emanzipation ist geiler!

ema

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Spray Workshop http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/14/spray-workshop/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/14/spray-workshop/#comments Fri, 14 Jul 2017 10:04:46 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Archiv 2017 http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/14/spray-workshop/ Liebe Menschen,

heute abend 19 Uhr Sprayworkshop auf dem Marktplatz! Falls du schon immer mal sprayen wolltest und findest ein gepflegtes FCK Erdogan, FCK Orban, FCK Kaczyński und wie die möchtegern Diktatoren alle heiszen darf nicht fehlen – komm rum. Liebe für alle geht natürlich auch ;)

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Über Uns – About Us http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/12/ueber-uns-about-us/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/12/ueber-uns-about-us/#comments Wed, 12 Jul 2017 12:09:13 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Archiv 2017 http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/12/ueber-uns-about-us/ … now also available in English

THANKS and lots of LOVE to Lynn! <3

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Grenzen und Möglichkeiten von Queerer Politik + noch mehr Action http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/12/grenzen-und-moeglichkeiten-von-queerer-politik-noch-mehr-action/ http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/12/grenzen-und-moeglichkeiten-von-queerer-politik-noch-mehr-action/#comments Wed, 12 Jul 2017 11:59:22 +0000 emanzipatorischerblock Allgemein Archiv 2017 http://emanzipatorischerblock.blogsport.de/2017/07/12/grenzen-und-moeglichkeiten-von-queerer-politik-noch-mehr-action/ Heute abend laden wir euch ein mit uns zu diskutieren: kommt um 19Uhr in den Fischladen in Connewitz und tauscht euch aus über Grenzen und Möglichkeiten von Queerer Politik!

Freitag ab 19Uhr treffen wir uns dann auf dem Marktplatz zur
Sprayaktion – wenn du die politische Auszenwirkung des CSD mitgestalten willst oder einfach schon immer mal sprayen wolltest, komm vorbei! Für Dosen und Anleitung ist gesorgt.

und last but not least

Kommt alle zur DEMO am Samstag, den 15.7.! Auch dieses Jahr hat der Emablock einen eigenen Wagen nicht nur mit Musik, sondern auch dem ein oder anderen Redebeitrag.

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