Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Gieszerfest 2019 ♥ ema ♥ Drag

Liebe Genoss*innen,
nächstes Wochenende findet das alljährliche fulminante G16-Fest statt und diesmal sind wir auf dem Straszenfest mit dabei! Samstag ab 12 Uhr öffnet die Freie Republik Perversistan ihr himmlischen Pforten und lädt euch ein lustvoll eure Körper zu transformieren. Auf unserem kommunistischen Dragsofa könnt ihr euch über dragqueening/kinging informieren und es auch gleich ausprobieren! Die groszartige Polittunte Kuku Schrappnel und ein verwegener Dragking werden euch dabei unterstützen. Es gibt Fummel, Bärte, Schminke und Menschen die schminken können, Federboas, Sekt und vieles mehr! Falls ihr eure Perücken und Lieblingsoutfits zuhause habt, bringt sie mit und führt sie aus! Purse first!
Alle Frage, die ihr schon immer zum Thema Sex hattet könnt ihr unserem Sexautomaten stellen, für die Antworten übernehmen wir natürlich keine Verantwortung – Technik und so;)
Wir sehen uns Samstag auf der Strasze!
solidarische liebesgrüsze,
ema

Still fightin‘ säxsim!

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe Menschen,

wir starten diesmal in das Jahr mit einem Vortrag von Tanja Abou zu
Arbeiter_innen und Prololesben.

Intersektion, Klasse und Geschlecht am Beispiel von Interventionen in
den feministischen Mainstream der 1980er und 1990er Jahre.

In dem Vortrag werden verschiedene Formen der Selbstorganisation
nicht-bürgerlicher Feminist_innen der 1980er und 1990er Jahre
vorgestellt und aufgezeigt, wie Mehrfachzugehörigkeit(en) sich
verschränken und Ausschlüsse verstärken können.

Zeit: 02.03.19. 19.00 Uhr Ort: Plaque

Dazu möchten wir euch wie immer herzlich einladen. Macker, Rassisten und Konsorten bekommen keinen Einlass, sondern aufs …

2019 wird ein spannendes (Wahl)-Jahr, die Zustände in Deutschland sind beschiszen wie eh und je und in Sachsen wie immer noch etwas beschiszener.
Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus kleben zusammen, wie Kaugummi in Haaren, einfach nur ätzend und schwer loszuwerden. Aber eben nicht unmöglich und der
Widerstand dagegen wächst. Wir rufen euch deshalb auf, euch im Rahmen des 8. März an den vielen Aktionen zu beteiligen. Vernetzt euch, organisiert euch, seid mutig.
Heraus zum 8. März! Fight Säxsim!

solidarische liebesgrüsze

Redebeitrag 2018

Happy Pride! Pride. Stolz. Wir haben allen Grund stolz zu sein. Wir können stolz sein auf die Rechte, die wir uns erkämpft haben: Die Opfer des §175 wurden rehabilitiert. Die Homo-Ehe eingeführt. Das Bundesverfassungsgericht hat ein Urteil zugunsten einer dritten Option beim Geschlechtseintrag gefällt. Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt lgbti vor Diskriminierung, egal wann und wo.
Wir können stolz sein auf die Solidarität innerhalb unserer Community. Darauf, dass es weltweit immer besser um die Rechte von lgbti bestellt ist. Darauf, dass es langsam aber sicher aufwärts geht. Zumindest ist es das, was wir uns an Tagen wie heute immer wieder gerne erzählen. Aber müsste es nicht heißen:
Wir können stolz sein auf die unvollständige Rehabilitierung der nach §175 Verfolgten? Auf die Gleichstellung der Ehe außer für Lesben und bisexuelle Frauen? Auf die Tatsache, dass die Frage nach einem dritten Geschlechtseintrag bei dem Arschloch Heimat-Horst liegt, der noch in den 80ern forderte, man müsse HIV-Positive in besondern Heimen konzentrieren. Und ob es ein Gleichbehandlungsgesetz gibt oder nicht ändert auch nichts daran, dass „schwul“ das beliebteste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen ist und Angriffe auf lgbti immer noch zur Tagesordnung gehören, wie erst vor einem Monat gegen eine Studentin der Universität Leipzig.
Müsste es nicht heißen, wir sind stolz auf den Rassismus in unserer Community, wie er sich in Dating-Portalen und Tür-Politiken niederschlägt? Wir sind stolz darauf, dass Homosexualität in mehr als 70 Ländern unter Strafe steht, von denen in 13 sogar die Todesstrafe gilt?
All das heißt nicht, dass wir auf das, was wir schon erreicht haben nicht stolz sein dürften. Es heißt nur, dass es noch eine Menge zu tun gibt. Es heißt, dass wir noch vielen Problemen gegenüber stehen. Wenn wir diese Probleme angehen wollen, dann reichen die CSDs alleine nicht aus. Erst recht nicht, wenn sie zu Wahlkampfveranstaltungen verkommen. Wir sollten Momente wie heute nutzen. Momente wo wir gemeinsam als Perverse auf die Straße gehen und einfordern, was eh allen Menschen zustehen sollte: Ein Leben, eine Welt, in der man ohne Angst verschieden sein kann. Wir müssen diese Momente nutzen, um uns zusammenzuschließen. Nicht nur für einen Tag und nicht nur zu zweit als Ehe, sondern als eine Gemeinschaft, die füreinander einsteht. Die füreinander einsteht, weil sie die Ausschlussmechanismen in der eigenen Szene reflektiert: Rassismus und Antisemitismus; Frauen-, trans*- und Interfeindlichkeit; fehlende Barrierefreiheit und die Vorstellung, Menschen aufgrund ihres beruflichen Erfolgs beurteilen zu können. All dies sind natürlich nicht nur die Probleme unserer Community, sondern der gesamten Gesellschaft, aber diese gesamte Gesellschaft gilt es zu ändern. Und das heißt: Zeit den Arsch hochzukriegen!
Weil den Arsch hochzukriegen, ist etwas auf das wir stolz sein können. In Zeiten, in denen sich ein Innenminister freut, dass zu seinem 69. Geburtstag 69 Menschen abgeschoben werden; in Zeiten, in denen Rechtspopulismus und Islamismus die Freiheit und Menschlichkeit bedrohen; in Zeiten, in denen die Fluchtrouten nach Europa mit Gewalt geschlossen werden; kurz: in Zeiten, in denen es recht hoffnungslos aussieht, ist den Arsch hochzukriegen, nicht nur etwas, worauf wir stolz sein können, sondern das Einzige was uns bleibt!
Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Trans*gender und intersexuelle Menschen noch immer pathologisiert und mit Gewalt in das Zwei-Geschlechter-System gezwungen werden! Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Menschen wieder abgeschoben werden, obwohl ihnen Tod oder Gefängnis drohen, aufgrund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts! Wir dürfen nicht hinnehmen, dass uns ein selbstbestimmtes Leben immer noch nicht zugestanden wird!
Der Kampf um ein selbstbestimmtes Leben, muss auch auch ein Kampf gegen Staat, Nation und Kapital sein. Wir kämpfen nicht nur für eine sexuelle Befreiung, sondern für eine befreite Gesellschaft. Wir wollen lieben, wen und wie wir wollen. Wir wollen die zweigeschlechtliche und sexistische Geschlechterordnung abschaffen, die allgegenwärtige Heteronormativität hinter uns lassen. Wir wollen nationale Grenzen einreißen und die kapitalistischen Verhältnisse überwinden. Wir kämpfen für ein grenzenlos solidarisches und selbstbestimmtes Leben!

Veranstaltungen 2018

Auch dieses Jahr gibt es wieder in der Woche vor dem CSD das ein oder andere Schmankerl für euch!

Wir beginnen mit einem Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand am 17.07.18. Findet euch 19Uhr im Pögehaus ein und lauscht einem spannenden Vortrag zu Zwischen Identitätspolitik und Utopie. Was kann materialistischer Feminismus leisten?

Mittwoch geht es weiter mit einem Vortrag von Gitte Schmitz und der Frage, „ob Porno nach Trump eigentlich noch unpolitisch sein kann“? Ihren Vortrag GAY-Antifa-Porn. Wie Politik ist Pornografie? Eine medienwissenschaftliche Annäherung. gibts am 18.07.18 um 19Uhr in der Meuterei.

Nach einer Verschnaufpause zeigen wir Freitag, 20.07.18 um 18.30Uhr im G16-Kino FtWTF – female to what the fuck, einen Film zu Trans*Geschlechtlichkeit.

Im Anschluss, ab 21Uhr, treffen wir uns auf dem Marktplatz zum Sprayen. Für Dosen und den ganzen Kram ist gesorgt.

Samstag, 21.07.18 ist dann der grosze Tag. Die CSD Demo startet um 14Uhr am Markt. Bringt Schilder, Transpis, Tröten, Glitter und viel Energie, damit die Demo laut und stark wird!

Zum Abschluss des Ganzen kommt und feiert mit uns am 21.07.18 ab 22Uhr in der G16 die Blockparty mit Neeklischee und Gothic Pogo! Party statt Patriarchat! Mehr Infos zur Party gibts hier

Alles etwas ausführlicher gibts hier

Freie Republik Perversistan – Aufruf zum Emanzipatorischen Block auf dem CSD

„Ich sah mich so um und wusste auch schon: Von nun an geht’s bergab.“ – Hildegard Knef

Und auch wenn wir uns heute so umgucken, haben wir kein gutes Gefühl. Bei der Bundestagswahl letztes Jahr holte die AfD in Sachsen die meisten Stimmen, die sächsische CDU trifft sich mit Viktor Orbán, Seehofer, der noch in den 80ern „spezielle Heime“ forderte, in denen man HIV-positive Menschen „konzentrieren“ solle, ist mittlerweile Innen- und Heimatminister, in ganz Europa sind faschistische und rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch, die neben Rassismus und Antisemitismus vor allem auf klassische Vorstellungen von Männlein und seiner Ergänzung dem Weiblein und der heterosexuellen Familie aufbauen. Aber auch der Islamismus ist weiterhin auf dem Vormarsch und richtet sich gegen Frauen und lgbti. So werden im Iran immer noch Schwule an deutschen Kränen erhängt oder vom IS von Hausdächern in den Tod gestürzt.

„Get off the internet! Destroy the right wing!“ – Le Tigre

Bei all der Scheiße um uns herum wird es also Zeit was zu tun, nur was? Während sich die Rechten aller Couleur eine Vergangenheit zurücksehnen, die nie existiert hat, und die erkämpften Freiheiten von Frauen, People of Colour und lgbti wieder abschaffen wollen, fehlt es an einem Gegenentwurf. So wichtig die Rechte, die wir uns erkämpft haben, auch sind, so reichen sie noch lange nicht aus: Die Eheöffnung gilt noch immer nicht in gleichem Maße für Lesben, das Transsexuellengesetz ist immer noch eine Zumutung für trans* Personen und unter Heimathorsti ist auch kein Fortschritt in der Diskussion um die dritte Option von intergeschlechtlichen Menschen im Personenstand zu erwarten. Deswegen kann sich ein Kampf gegen Rechts auch nicht darauf beschränken, diese Rechte nur zu verteidigen.
Aus diesem Grund wollen wir die Freie Republik Perversistan ausrufen! Damit wollen wir anfangen darüber nachzudenken, wie eine andere Welt aussehen kann, ohne sie am Reißbrett zu entwerfen. Das heißt, sie kann nur entstehen, in dem wir das, was jetzt ist, kritisieren, um daraus zu lernen, wie eine andere Welt aussehen kann.

„Let’s start a war at the gay bar“ – Electric Six

Nicht zuletzt wollen wir auch dieses Jahr daran erinnern, dass es sich bei den Stonewall-Riots nicht um einen friedliche Kundgebung handelte, sondern um eine gewaltsame Auflehnung gegen die Unterdrückung durch den Staat. Wir wollen auch wieder daran erinnern, dass es keine weißen Mittelklasse-Schwulen waren, sondern Sex-Worker, schwarze und hispanische trans* Frauen und alles, was die Szene sonst noch an Abschaum zu bieten hatte, die sich damals gegen eine Razzia im Stonewall Inn wehrten und damit die Prostestwelle auslösten. Auch in diesem Gedenken steht die Freie Republik Perversistan!